Weg: Mit dem Google Unternehmensprofil erstellte Websites

Was waren mit dem Google Unternehmensprofil erstellte Websites?

Seit 5. März 2024 sind sie jetzt weg: Mit dem Google Unternehmensprofil erstellte Websites. Das waren einfache Websites, die basierend auf den Angaben aus dem eigenen Google Unternehmensprofil kostenlos erstellt werden konnten.

Aktualisiert wurden die Seiten automatisch mit Daten aus dem Google Unternehmensprofil.

Um die technische Wartung kümmerte sich ebenfalls Google.

Vor allem für kleinere Unternehmen waren diese mit dem Google Unternehmensprofil erstellten Websites eine kostenlose, einfache, wartungsfreie und schnelle Option.

Soweit, so gut.

Was ist das Problem?

Google hat im Jänner 2024 angekündigt, alle mit dem Google Unternehmensprofil erstellte Websites ab März 2024 zu deaktivieren. Das entsprach einer Vorlaufzeit von gerade einmal zwei Monaten.

Eine Begründung für diese Entscheidung hat Google bislang nicht geliefert.

Leider zeigt diese Entscheidung von Google sehr deutlich, wie wichtig es ist, seine Unternehmenswebsite so weit wie möglich in der eigenen Hand zu haben.

Wie erkenne ich, ob meine Website von der Deaktivierung betroffen ist?

Eine mit dem Google Unternehmensprofil erstellte Website erkennen Sie an der Domainendung business.site

Diese Seiten leiten jetzt automatisch auf das zugehörige Google Unternehmensprofil weiter.

Warum deaktiviert Google jetzt diese Seiten?

Darren Shaw, Gründer des bekannten Local SEO-Tools Whitespark, hat auf Twitter (mittlerweile X) die Vermutung geäußert, dass der Grund für diese einschneidende Maßnahme recht banal sein könnte: Einsparungen bei Google.

Nach Schätzungen weltweit über 21 Millionen Seiten betroffen

Laut einer Schätzung von Darren Shaw könnten weltweit über 21 Millionen mit dem Unternehmensprofil erstellte Websites von der Deaktivierung durch Google betroffen sein.

Shaw weist zudem darauf hin, dass für die betroffenen Unternehmen damit eine Möglichkeit verloren gehen könnte, in den organischen Suchergebnissen (also jenen Ergebnissen, die keine Werbung sind) zu ranken.

Wie viele Seiten sind in Österreich betroffen?

Eine schnelle Suche bei Google ergibt etwa 22.900 Ergebnisse für die Domain business.site, die in Österreich von dieser Maßnahme betroffen sein könnten. Diese Zahl ist allerdings nur als grober Richtwert zu verstehen. Eine business.site besteht übrigens immer nur aus einer einzigen Seite (daher auch der Fachbegriff „One-Pager“, zu Deutsch „Einseiter“).

(Das obige Ergebnis von 22.900 bezieht sich auf die Suchanfrage: „site:business.site „Österreich“ OR „Austria“, Google, 15.02.2024, keine personalisierten Ergebnisse)

Ein konkretes Beispiel für eine österreichische Stadt

Ich habe eine österreichische Stadt mit rund 65.000 Einwohnern ausgewählt und bei Google nach Ergebnissen für die Domain business.site gesucht.

Für die ausgewählte Stadt mit 65.000 Einwohnern fanden sich am 17. Februar 2024 bei Google 296 Resultate für business.site

Die ersten 100 Ergebnisse habe ich dann manuell überprüft.

Das Ergebnis der Stichprobe:

  • Rund 49% der Unternehmen haben eine eigene Website, die nicht mit dem Google Unternehmensprofil erstellt wurde  – und damit wohl ohnehin keinen Bedarf mehr für eine business.site
  • Rund 9% der Unternehmen waren vorübergehend oder dauerhaft geschlossen
  • Rund 4% der Resultate waren Posts aus dem Google Unternehmensprofil
  • Rund 38% der Unternehmen hatten tatsächlich nur eine business.site

Nimmt man die Ergebnisse genauer unter die Lupe, dann zeigt sich, dass rund die Hälfte der Unternehmen bereits eine andere, professioneller Webpräsenz aufgebaut haben.

In dieser Stichprobe würden aber dennoch rund 38% der Unternehmen ab März 2024 ohne eine eigene Website dastehen.

Es sei an dieser Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen, dass dies nur eine unsystematische Stichprobe ohne Anspruch auf tatsächliche statistische Aussagekraft darstellt. 

Wie viele Seite sind in den österreichischen Landeshauptstädten in etwa betroffen?

  • Bregenz (Vorarlberg): 210
  • Eisenstadt (Burgenland): 81
  • Graz (Steiermark): 928
  • Innsbruck (Tirol): 449
  • Klagenfurt (Kärnten): 425
  • Linz (Oberösterreich): 610
  • Salzburg (Land Salzburg): 1120
  • St. Pölten (Niederösterreich): 164
  • Wien: 4800

Daten: Suchanfrage bei Google: site:business.site „Name der Landeshauptstadt“, am 22.02.2024, keine personalisierten Ergebnisse)

Was passiert nach der Deaktivierung? 

Bis zum 10. Juni 2024 werden Besucher von mit dem Google Unternehmensprofil erstellten Websites noch zum dazugehörigen Unternehmensprofil weitergeleitet.

Aber: Nach dem 10. Juni 2024 werden Besucher einer business.site bloß noch die Fehlermeldung „Seite nicht gefunden“ sehen (Fehler 404).

Fehlermeldung 404 ist keine dauerhafte Lösung

Wie seriös wirkt eine Unternehmenswebsite auf Nutzer, wenn die Website ständig einen 404-Fehler ausgibt (und wie wird Google eine „hilfreiche“ 404-Seite gestalten?).

Eine Fehlermeldung 404 ist keine dauerhafte Lösung.

Hier braucht es eine praktikable Lösung, vor allem nach dem 10. Juni 2024.

Eine Weiterleitung von der business.site auf eine andere URL (also Websiteadresse) ist von Google bislang nämlich nicht vorgesehen.

Was rät Google?

Sinngemäß weist Google zum einen darauf hin, dass sich betroffene Unternehmen darüber Gedanken machen sollen, ob sie überhaupt eine eigene Website brauchen.

Andes formuliert: Ist vielleicht auch das Google Unternehmensprofil allein ausreichend?

Lösung: Google Unternehmensprofil – ohne eigene Website

Google weist darauf hin, dass sich das Unternehmensprofil ja „hervorragend“ für folgende Zwecke eigne:

  • Präsentation des Geschäfts
  • Links zu Social Media Plattformen mit Kunden teilen
  • Informationen und Neuigkeiten mit Kunden teilen
  • Kunden das eigene Geschäft mit Fotos präsentieren
  • Kunden mitteilen, wie man das eigene Geschäft kontaktieren kann

Der Nutzen eines Google Unternehmensprofils gerade für kleine Unternehmen ist unbestritten.

Aber man muss hier doch die Frage stellen:

Warum hat Google dann überhaupt die Erstellung von Websites mit dem Google Unternehmensprofil angeboten?

Eine Vermutung von Darren Shaw dazu: Eventuell sollten diese Seiten dabei helfen, zusätzliche Einnahmen durch Google Ads zu generieren. Der tatsächliche Umsatz sei dann aber hinter den Erwartungen geblieben.

Lösung: Eigene Website erstellen

Wer eine eigene Website als Ersatz für die Google Business Site erstellen möchte, den verweist Google auf folgende Plattformen, um selbst eine neue Website zu erstellen:

Die Adresse (URL) dieser neuen Website kann dann im Google Unternehmensprofil angeben werden.

Whitespark bietet eine Alternative um 1$ pro Monat

Eine kostengünstige Alternative zur mit dem Google Unternehmensprofil erstellten Website bietet die amerikanische Firma Whitespark. Um 1$ pro Monat wird hier eine Website angeboten, die der mit dem Google Unternehmensprofil erstellten sehr ähnlich sieht.

Ein Nachteil: Die Benutzeroberfläche ist in englischer Sprache. Ob und wie gut diese Alternative funktioniert (und was für Unternehmen aus Österreich besonders relevant sein wird – ob die Lösung DSGVO-konform ist), kann an dieser Stelle noch nicht beantwortet werden.

Was ist, wenn ich Google Ads geschaltet habe?

Wenn Ihre Google Ads auf Ihre business.site verweisen, dann rät Google, dass Sie bis zum 1. März 2024 eine andere Landingpage für Ihre Anzeigen angeben.

Alternativ könne man die Anzeigen auch pausieren.

Fazit: Es ist schade, dass Google ersatzlos einen Service streicht, der für kleinere Unternehmen tatsächlich hilfreich war.

Das Google zudem nicht die geringste Begründung dafür liefert, warum die mit dem Unternehmensprofil erstellten Websites deaktiviert werden, ist – bei allem Respekt – kein kommunikatives Glanzstück.

Eine bloß zweimonatige Vorbereitungszeit, um eine Alternative für eine business.site auf die Beine zu stellen, ist gerade für kleinere Unternehmen knapp bemessen.

Selbst in Fachkreisen hat das Thema bislang aber wenig Resonanz gefunden.

Letztlich bleibt zu hoffen, dass insbesondere kleine Unternehmen von der Deaktivierung ihrer mit dem Google Unternehmensprofil erstellten Website nicht komplett überrascht werden.

Bei Fragen oder Anmerkungen zu diesem Thema schreiben Sie mir gerne eine Mail – Kontaktseite.

Ich werde die Entwicklungen zu diesem Thema weiter verfolgen und den Artikel entsprechend aktualisieren.

Aktualisierung am 5. März 2024: Mit dem Google Unternehmensprofil erstellte Websites wurden deaktiviert und leiten jetzt auf das Google Unternehmensprofil weiter.

 

Quellen: 

Google: Bevorstehende Deaktivierung von Websites, die mit Google Unternehmensprofil erstellt wurden, https://support.google.com/business/answer/14368911?hl=de, abgerufen am 17.02.2024

Diskussion auf Twitter (X).

 

 

Alexander Ujcik

Alexander Ujcik

Autor

Alexander Ujcik ist PR-Berater, der sich auf das Erstellen authentischer Website und SEO spezialisiert hat. Er hat über 20 Jahre Erfahrung in der Öffentlichkeitsarbeit. An dieser Stelle teilt er seine Gedanken zu SEO-Themen. 

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